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Autobahn 44 in Nordrhein-Westfalen


Die Europastraße von West nach Ost

Die A44 ist zwischen Dortmund und Kassel zu einer der wichtigen innerdeutschen West-Ost-Strecken geworden. Westlich von Dortmund ist sie dagegen nur in kürzeren Abschnitten präsent.

Vor allem die deutsche Wiedervereinigung gab der Strecke Dortmund-Kassel enormen Bedeutungszuwachs, denn sie verbindet das Ruhrgebiet nun nicht mehr nur mit Nordhessen, sondern auch mit Thüringen und Sachsen. Gewachsen sind auch die "seitlichen" Verknüpfungen ins Sauerland (A445/A46) und nach Ostwestfalen (A33). Die A44 wurde damit zu einem Rückgrat des Autobahnnetzes im Osten von Nordrhein-Westfalen.

Eine ähnliche Bedeutung sollte die A44 auch als "DüBoDo" zwischen Düsseldorf, Bochum und Dortmund bekommen, doch diese Planungen konnten nur in kleineren Teilen realisiert werden. Von lokaler Bedeutung ist etwa die Strecke zwischen dem Kreuz Bochum/Witten und dem Kreuz Dortmund/Witten.

Am Rhein ist der Flughafen Düsseldorf, größter Airport in Nordrhein-Westfalen, über die A44 an das Autobahnnetz angeschlossen. Seit der Eröffnung der Flughafenbrücke über den Rhein im Jahre 2002 ist die A44 zwischen Mönchengladbach und Ratingen durchgehend befahrbar.

Bei Aachen führt die A44 zur belgischen Grenze und stellt damit die Verbindung nach Lüttich und Paris her.


Streckenverlauf in Nordrhein-Westfalen

  •   Belgien: A3 (E44)
  • (1) Grenze Grenzübergang Lichtenbusch (B)
  •   Rasten Lichtenbusch Süd / Lichtenbusch Nord
  • (2) AS Aachen-Lichtenbusch
  • (3) AS Aachen-Brand
  • (4) AK Kreuz Aachen A4, A544
  • (5a) AS Broichweiden B264
  • (-) AS Begau (nur Auffahrt in Richtung Aachen)
  • (5b) AS Alsdorf
  • (6) AS Aldenhoven B56
  • (7) AS Jülich-West B56
  •   Rasten Ruraue Ost / Ruraue West
  • (8) AS Jülich-Ost B55
  • (9) AS Titz
  • (10) AK Dreieck Jackerath A61
  •   [Unterbrechung der Autobahn]
  • (12) AK Dreieck Holz A46
  • (13) AS Mönchengladbach-Odenkirchen B59
  •   [Unterbrechung der Autobahn]
  • (21) AS Mönchengladbach-Ost B57
  • (22) AK Kreuz Neersen A52
  • (22) AS Neersen B7
  • (23) AS Münchheide
  • (24) AS Krefeld-Forstwald B57
  • (25) AS Krefeld-Fichtenhain
  • (26) AS Osterath B9
  • (27) AK Kreuz Meerbusch A57
  • (28) AS Lank-Latum B222
  • (29) AS Düsseldorf-Messe/Stadion
  • (30) AS Düsseldorf-Stockum B8
  • (31) AS Düsseldorf-Flughafen
  • (32) AK Kreuz Düsseldorf-Nord A52
  • (32) AS Reichswaldallee
  • (33) AS Ratingen-Schwarzbach
  • (34) AK Kreuz Ratingen-Ost A3
  •   [Unterbrechung der Autobahn] Lückenschluss geplant
  • (36) AS Heiligenhaus-Hetterscheid B227
  • (37) AK Dreieck Velbert-Nord A535
  • (38) AS Velbert-Langenberg B224, B227
  •   [Unterbrechung der Autobahn] teilweiser Lückenschluss geplant
  • (42) AS Kreuz Bochum/Witten A43
  • (43) AS Witten-Zentrum B226, B235
  • (44) AS Witten-Stockum
  • (45) AS Witten-Annen
  • (46) AK Kreuz Dortmund/Witten A45
  •   [Unterbrechung der Autobahn]
  • (51) AS Holzwickede B1
  • (52) AK Kreuz Dortmund/Unna A1
  • (53) AK Kreuz Unna-Ost A443
  •   Tanken + Rasten Am Haarstrang Süd / Am Haarstrang Nord
  • (54) AK Kreuz Werl A445
  • (55) AS Werl-Süd B516
  • (56) AS Soest B229
  •   Tanken + Rasten Soester Börde Süd / Soester Börde Nord
  • (57) AS Soest-Ost B475
  • (58) AS Erwitte/Anröchte B55
  • (59) AS Geseke
  • (60) AS Büren
  • (61) AK Kreuz Wünnenberg-Haaren A33, B480
  • (62) AS Lichtenau (Westfalen)
  • (63) AS Marsberg B7
  •   [Streckenabschnitt in Hessen]
  • (65) AS Warburg B252
  •   weiter in Hessen

Geschichte

Die heutige A44 besteht zur Zeit aus sechs unverbundenen Abschnitten. In Bezug auf die Entstehungsgeschichte lassen sich drei Bereiche unterscheiden:

  1. die linksrheinischen Teilstrecken zwischen der Landesgrenze/Aachen und Düsseldorf
  2. der Bereich zwischen Düsseldorf und Dortmund
  3. die Strecke Dortmund - Kassel

Links und rechts des Rheins

Die ersten Abschnitte im Aachener Raum wurden ab 1963 in Betrieb genommen. Das Stück vom Kreuz Aachen bis zum Grenzübergang Lichtenbusch schloss an die A4 an und stellte die Verbindung vom Ruhrgebiet und Rheinland nach Lüttich und Paris her.

Erst 1975 folgte die Weiterführung über das Kreuz Aachen hinaus bis zum Kreuz Jackerath. Ebenso wie die weiteren folgenden linksrheinischen Abschnitte diente diese Teilstrecke in erster Linie dem regionalen Bedarf.

Bis 1990 wurden einzelne Abschnitte für den Verkehr frei gegeben, dennoch bestehen bis heute mehrere Lücken in der linksrheinischen Teilstrecke. Zum Teil sind die Unterbrechungen auf die wirtschaftliche Nutzung der Landschaft zurückzuführen, wie etwa die Unterbrechung zwischen den Dreiecken Jackerath und Holz: sie beruht auf der endgültigen Sperrung des bisherigen Teilstücks der A44 zwischen diesen beiden bisherigen Kreuzen, einschließlich der Stilllegung der bisherigen Anschlussstelle Otzenrath im Oktober 2005. Der Grund für die Außerbetriebnahme dieses Autobahnabschnittes ist der Braunkohle-Tagebau Garzweiler II. Nach Beendigung des Braunkohleabbaus - voraussichtlich im Jahr 2017 - wird diese Lücke der A44 auf etwas veränderter Trasse wieder geschlossen werden.

Im Raum Düsseldorf konnten in den 1980er und 1990er Jahren einige Abschnitte frei gegeben werden, die die A44 langsam anwachsen ließen. Mitte 2002 wurde in Düsseldorf die Flughafenbrücke in Betrieb genommen. Damit konnte das Viereck der Autobahntangenten rund um die Stadt endgültig geschlossen werden. Mit der Flughafenbrücke ist die A44 zwischen Mönchengladbach und Ratingen durchgehend befahrbar.

Die lückenhafte "DüBoDo"

Der mittlere Abschnitt der A44 sollte nach den Planungen die Städte Düsseldorf, Bochum und Dortmund verbinden; dafür wurde das Kürzel DüBoDo geprägt. In Düsseldorf sollte die DüBoDo nördlich an der Stadt vorbei führen und dann als südliche Ruhrgebiets-Tangente die vorhandenen West-Ost-Traversen ergänzen und entlasten, nämlich die A2, die A42 (Emscherschnellweg) und die A40 (Ruhrschnellweg). Östlich von Dortmund sollte die A44 auf die A1 treffen und damit die Verbindung sowohl zur A1 wie auch zur Weiterführung der A44 Dortmund-Kassel herstellen.

Aufgrund verschiedener Umstände wurde eine durchgehende Verbindung jedoch nicht realisiert. Heute existieren einige kleinere Abschnitte, vor allem die Spange zwischen dem Kreuz Bochum/Witten und dem Kreuz Dortmund/Witten, die zwischen 1971 und 1975 fertig gestellt wurde.

Überregionale Bedeutung hat die A44 im Düsseldorfer Raum, wo sie den Flughafen Düsseldorf an das Autobahnnetz anbindet.

Ab nach Kassel ... und weiter darüber hinaus

Erste Vorstellungen über eine West-Ost-Autobahn, die das Ruhrgebiet über Kassel mit Erfurt, Dresden und Breslau verbinden sollte, waren bereits 1927 in einem Linienplan der damaligen HaFraBa enthalten (HaFraBa = Verein zum Bau einer Straße für den Kraftwagen-Schnellverkehr von Hamburg über Frankfurt am Main nach Basel). Eine Verbindung der Wirtschaftszentren Ruhrgebiet - Sachsen - Oberschlesien schien notwendig. Die Planung im Jahr 1934 sah eine Trasse von Hamm über Kassel und Eisenach nach Dresden vor; Dortmund sollte mit einer Ergänzungsstrecke angeschlossen werden. Einzelne Arbeiten wurden in den Jahren ab 1937 begonnen, die jedoch 1941 wieder eingestellt wurden.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges veränderte die Teilung Deutschlands die Voraussetzungen. Die Planung wurde in den späten 1950er Jahren wieder aufgenommen; die Bauarbeiten begannen 1964 zunächst in Hessen 1972 wurden längere Abschnitte der A44 zwischen Dortmund und der Landesgrenze frei gegeben. Als letzter Abschnitt komplettierte 1975 die Strecke Wünnenberg - Soest-Ost die Autobahn zwischen Dortmund und Kassel.

Bis Ende der 1980er Jahre behielt die A44 ihre Bedeutung als größere Verbindung für den regionalen Bedarf. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs änderte sich das schnell: Nun stellte die A44 wieder eine Hauptverbindungsstrecke zwischen der niederländisch-belgischen Nordseeküste, dem Rheinland und Ruhrgebiet mit Thüringen und Sachsen dar. In Hessen und Thüringen wird die A44 über Kassel hinaus weiter gebaut, um bei Eisenach an die A4 anzuschließen. Damit wird der bislang noch erforderliche Schwenk auf die A7 Richtung Süden und das Abbiegen beim Kirchheimer Dreieck (Raum Bad Hersfeld) auf die A4 Richtung Osten unnötig. Der Ost-West-Verkehr und damit auch die Auslastung der A44 in Nordrhein-Westfalen wird dadurch sicher noch verstärkt werden.


Links und rechts der Autobahn

Die A44 beginnt am Grenzübergang Lichtenbusch bei Aachen. Vorbei an Jülich führt sie durch die Bördelandschaft. Am Kreuz Jackerath ist die A44 bereits wieder unterbrochen, denn hier hat der Braunkohle-Tagebau Garzweiler II eine Weile Vorrang.

Hinter Mönchengladbach ist die A44 wieder präsent und führt durch die dicht besiedelte Landschaft nach Krefeld. Bei Meerbusch nähert sie sich dem Rhein, den sie mit der Flughafenbrücke überquert. Auf der anderen Rheinseite führt sie in Düsseldorf zum Messegelände und zum Flughafen. Kurz darauf ist in Ratingen die Autobahn vorerst unterbrochen.

Ein kurzer Abschnitt der A44 verläuft dann bei Velbert. Die unvollendete DüBoDo wird im südlichen Ruhrgebiet wieder aufgenommen zwischen Bochum, Witten und Dortmund.

Die längste zusammenhängende Teilstrecke der A44 beginnt kurz hinter Dortmund und führt an Unna vorbei aus dem Ruhrgebiet hinaus. Die Autobahn passiert in der offeneren Landschaft der Soester Börde die Städte Werl und die alte Hansestadt Soest, auf der südlichen Seite das Sauerland und auf der Nordseite das Münsterland.

Über eine weite Strecke führt die A44 durch den ländlichen Raum am Südrand Ostwestfalens. Mit einem kurzen Streifzug durch den Naturpark Eggegebirge und südlicher Teutoburger Wald verabschiedet sie sich aus Nordrhein-Westfalen nach Hessen, kehrt aber für wenige Kilometer bei Warburg (Kreis Höxter) noch einmal in das Land zurück.